Gicht, so ist den meisten gut bekannt, stammt von Purinen. Der darin enthaltene Harnstoff, so heißt es, kristallisiert aus und lagert sich in den Gelenken ab, was arge Schmerzen verursacht, die wir als „Gicht" bezeichnen (Meist beginnen die Schmerzen bei der großen Zehe). Diese Harnsäure kann über zwei Wege gebildet werden – den Purin-Stoffwechsel und den Fructose-Stoffwechsel. Wobei bis jetzt immer das Hauptaugenmerk auf den Purinen lag. Die herrschende Lehre geht davon aus, dass die mit der Nahrung fett- und eiweißreicher Kost zugeführten Purine zu Ablagerungen führen und bewirken, dass in unseren Gelenken Gicht entsteht. Rotes Fleisch, allen voran Innereien, ist ganz besonders reich an Purinen und ist daher zu meiden, will man Gicht vorbeugen oder heilen.

Neue Erkenntnisse gehen in eine ganz andere Richtung, nicht die direkt zugeführten
Purine erzeugen Gicht, sondern die von unserem Organismus nicht ordnungsgemäß abgebaute Fruchtsäure kann in Harnsäure auskristallisieren und so Gicht erzeugen. Lesen Sie dazu mehr:

Dieser Artikel stammt von meiner Kollegin Birgit Venetz (www.venetz.at), Leiterin von Metabolic typing, in Europa; Birgit Venetz hat ihre Ausbildung direkt bei William Wolcott absolviert und bildet neben ihrer Tätigkeit als engagierte Beraterin Kollegen und Kolleginnen in der Methode Metabolic typing aus. Da das Rad nicht zweimal erfunden werden muss, habe ich sie gebeten, ihren Artiekl auf meiner Homepage veröffentlichen zu dürfen, wozu sie gerne ihre Einwilligung gab.


Neulich gab es einen interessanten Artikel im Newsletter des „Zentrum der Gesundheit".
Seit Monaten gibt es zum Thema „Gicht durch Fructose" Unmengen von Artikeln in englischer Sprache, weshalb ich es sehr begrüßenswert fand, dass es nun auch einen Artikel zu diesem Thema  auf deutsch gibt.

Hier eine Zusammenfassung dieses Artikels (den ganzen Artikel finden Sie hier: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gicht-durch-fructose-ia.html?utm_source=nl&utm_medium=newsletter&utm_campaign=NL13032):

Die „Volkskrankheit" Gicht bedeutet schmerzhafte Schwellungen an Gelenken bedingt durch chronische Entzündungsprozesse.

Verantwortlich dafür ist überschüssige Harnsäure, die sich an den Gelenken ansammelt. Diese Harnsäure kann über zwei Wege gebildet werden – den Purin-Stoffwechsel und den Fructose-Stoffwechsel. Wobei bis jetzt immer das Hauptaugenmerk auf den Purinen lag.

Die klassischen Empfehlungen bei Gicht sind folgende:

Vermeidung von purinreichen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Innereien, Fleischrühe, Sojaprodukten und Hülsenfrüchten), Vermeidung von Alkohol, besonders von Bier sowie von
fettreichen Lebensmitteln.

Als ideal gelten: Gemüse, Obst, Getreide, Milch und Milchprodukte. 

Aktuelle Studien haben nun die Entstehung von Gicht mit einer erhöhten Aufnahme von Fructose in Verbindung gebracht. Fructose beschleunigt den Abbau von Purinen, stimuliert deren Synthese und fördert die Produktion von Milchsäure. Die Milchsäure wiederum verringert die Ausscheidung der Harnsäuremenge über den Urin.
Somit hat Fructose einen großen Einfluss auf die Harnsäuremenge im Blut und damit auch auf die Entstehung von Gicht. Fructose ist heute weitverbreitet, da es sich dabei nicht nur um den eigentlichen Fruchtzucker in Obst handelt.
Vieles wird mit Fructose versetzt – meist in Form eines „high fructose corn syrup" – hüten Sie sich vor allem vor Maissirup! (Einen guten Beitrag zu diesem Thema finden Sie unter http://www.biomedizin-blog.de/de/maissirup--high-fructose-corn-sirup-hfcs-sehr-oft-ein-versteckter-zucker-in-lebensmitteln-wp261-253.html)

Eine Studie zu erhöhtem Gichtrisiko durch Fructose wurde in der Fachzeitschrift „Journal of the American Medical Assoziation" veröffentlicht.
In dieser Studie wurde festgestellt, dass Menschen, die fructosereiche Getränke zu sich nahmen, ein um 74 Prozent höheres Risiko hatten, an Gicht zu erkranken als jene, die ein solches Getränk nur einmal im Monat zu sich nahmen.

Deshalb wurden nun die Empfehlungen für Gichtkranke folgender Maßen angepasst:
Wenig: Getreide
Verzehr empfohlen: von viel Gemüse, kaltgepresstem Öl, Kartoffeln, glutenfreien Getreidesorten und gesunden Fetten (hier werden als beste Quellen Produkte aus der Kokosnuss und Avocado erwähnt), als gute Eiweißquelle wird die Lupine angeboten.
Vermehrter Konsum von Rohkost.
Einnahme von Verdauungspräparaten um das Verdauungssystem zu unterstützen.
Es ist auch die Rede von regelmäßigen Fastenzeiten von 16-24 Stunden um Leber, Niere und Darm zu entlasten. (Anmerkung von Birgit Venetz: Es macht mehr Sinn den Körper regelmäßig durch typgerechte Ernährung zu entlasten als immer wieder lange Fastenzeiten einzulegen. Menschen, die zu Unterzucker tendieren (derer gibt es sehr viele), profitieren nicht von Fastenzeiten. Vielmehr führt es bei diesen Menschen zu einer erhöhten Cortisolausschüttung infolge von erhöhtem Stress im Körper – was unbedingt vermieden werden sollte.)


Gicht aus der Sicht von Metabolic Typing – typgerechte Ernährung
Bei Metabolic Typing wird der Stoffwechseltyp ermittelt. Ohne Bluttest oder jegliche Geräte – vielmehr wird mit einem ausführlichen Fragebogen das autonome Nervensystem und das Verbrennungssystem ausgewertet, hier dient der Körper als Biofeedbackmaschine. Diese zwei Systeme werden stark von unserer Nahrung beeinflusst und sind somit für unseren Nährstoffbedarf ausschlaggebend.

Ein Schnellverbrenner und ein Parasympathikus, beide auch als Eiweißtypen bekannt, benötigen viel Eiweiß und viele Purine. Bei vlelen Menschen gehen die Alarmglocken an und es kommt der Einwand: „Aber Purine verursachen doch Gicht, das kann doch nicht gut sein!" Hier gibt es eine klare Antwort. Purine sind nicht das Problem. Vielmehr ist es abhängig davon, wie der Körper mit Purinen umgehen und diese verstoffwechseln kann.
Genau hierin sind die Eiweißtypen die „Experten": Purine und tierisches Eiweiß in jeglicher Form tun den Eiweißtypen gut, geben den Eiweißtypen ihre wertvollen dringend benötigten Nährstoffe und unterstützten deren Stoffwechsel.

Allerdings kann natürlich auch ein Eiweißtyp Gicht bekommen – nämlich durch zu viel Getreide, Obst und Alkohol. Und genau hier bringen diese neuen Erkenntnisse den wissenschaftlichen Beweis für etwas was William L. Wolcott, Gründer von Metabolic Typing, schon seit über
30 Jahren sagt! Danke liebe Wissenschaft J!
Metabolic Typing beruht auf dem Wissen, dass dasselbe Lebensmittel auf unterschiedlichen
Menschen (bedingt durch unterschiedliches genetisches Potential) unterschiedlich wirkt. Denken wir einfach an alle Urvölker und ihre unterschiedlichen Ernährungsformen, dann wird das sonnenklar. Wie schon in dem Artikel von „Zentrum für Gesundheit" erwähnt wird, gab es bei den Maoris (den Ureinwohnern) Neuseelands bis vor einigen Jahrzehnten keine Gichterkrankungen. Neuerdings leiden 10 bis 15 Prozent an Gicht. Als Hautpursache dafür wird der hohe Konsum
von Meeresfrüchten angesehen – eine etwas absurde Annahme, wenn man bedenkt,
dass sich Maoris seit jeher vorwiegend von Meeresfrüchten ernährten. Einen Riesenunterschied gibt es aber im Zuckerkonsum, sie nehmen heute 50 Mal so viel Zucker (dieser besteht zur Hälfte aus Fructose) und reine Fructose zu sich als früher. Auch hier liegt ganz offensichtlich die Erklärung in der neuen Erkenntnis von Zusammenhang von Fructose und Gicht. Ebenso wären sicherlich alle Inuits (Eskimos) an Gicht erkrankt, wären tierisches Eiweiß und Fett der einzige Auslöser dafür.
Gibt es Menschen, bei denen tierisches Eiweiß zu Gicht führt?JA! Ein Kohlenhydrattyp (= Symypathikus- und Betatyp, Anm.)  kann Purine nur schlecht verwerten und muss sich deshalb damit einschränken, wenn er sich an Wohlbefinden und Gesundheit erfreuen möchte. Wie Sie sehen, ist das Thema Nährstoffe und Gesundheit viel komplexer als es oft in vereinfacht dargestellt wird.

Es gibt nichts auf der Welt, was jedem gut tut. Naja, vielleicht mit der Ausnahme von Liebe, die tut sicher jedem gut! In Bezug auf Lebensmittel und Nährstoffe ist es aber eine Tatsache, dass wir alle einen anderen Bedarf haben. Deshalb ist es sehr wichtig, sich seiner Individualität bewusst zu sein und sich nicht nach „Allgemeinempfehlungen" zu richten.

Seien Sie sich Ihrer Individualität bewusst und fördern Sie diese! Metabolic Typing unterstützt Sie dabei. Wenn Sie nicht wissen, welches Ihr Stoffwechseltyp ist, dann ist es höchste Zeit für eine entsprechende Beratung.

 

Quellen: Zentrum der Gesundheit:http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gicht-durch-fructose-ia.html?utm_source=nl&utm_medium=newsletter&utm_campaign=NL13032

William L. Wolcott, Healthexcel Institut für Metabolic Typing Revici, Research in Physiopathology as basis of guided chemotherapy Roger Williams „Biochemical Individuality"